News:

With the support of the Canada Council for the Arts:

With a great success on September the 23rd, 2017 at the International Festival of Contemporary Music Yuri Lanyuk & Friends in Lviv, Ukraine, took place the World Premiere of Evgeny Shcherbakov's In Memory of Boris Nemtsov Kyrie for cello/bass voice, SSAATTBB choir and symphony orchestra, with soloist Emil Rovner, the Galician Academic Chamber Choir and the Academic Symphony of the Lviv Philharmonic conducted by the composer:

 

 

Plen Sion Ti izial for choir a capella. World Premiere.
Performed by Vancouver Chamber Choir, Jon Washburn, conductor.
15.10.2010 Ryerson United Church, Vancouver, Canada.

My composition Nocturne for flute / flute piccolo / alto flute and piano (2001) is issued by Swiss Publishing Verlenti, CH.

On offer- the score, miniature score and flute part of the composition.

The music can be ordered by E-mail: duo-verlenti@gmx.ch www.verlenti-musikundkunst.jimdo.com

Price:
CHF 28
Euro 21
CAD 28

Aktuell:
Neuerscheinung im Druck von meiner Komposition für Querflöte und Klavier Nocturne (2001) erschienen im Schweizer Verlag Verlenti, CH .

Bei Interesse können die Noten bestellt werden bei folgender Adresse:
duo-verlenti@gmx.ch www.verlenti-musikundkunst.jimdo.com   

Preise:
Partitur (auch Taschepartitur erhältlich) und Einzelstimme:
CHF 28  
Euro 21
CAD 28
zuzüglich Porto


 

Capriccio Hebraico for Emil Rovner (cello) and his voice.
Performed by Emil Rovner at the Third International festival of Contemporary Music "Pictures from an Exhibition", Nizhny Novgorod, Russia, 20.10.2008

Concert dedicated to Evgeny Shcherbakov 50th anniversary. Program:
– “In doubts” Concerto for cello and  a symphony orchestra.Conductor - Alexander Skulsky, soloist - Anatoly Lukeanenko
– “Quasi balletto” per orchestra. Conductor - Evgeny Shcherbakov.
Nizhny Novgorod State Rostropovich Philarmonic, Nizhny Novgorod, Russia, 18.07.2008

Evgeny Shcherbakov in Basel

Der russische Komponist war fur eine Woche zu Gast in Dornach, als Composer in Residence der Eurythmieschule Zuccoli. Er sah zum ersten mal seine Musik in Eurythmie, war bei vielen Proben und zwei Auffuhrungen dabei, stellte sich dem Publikumsgesprach und referierte beim Komponistenabend in der Freien Musikschule. Drei seiner Klavierstucke sind inzwischen in Eurythmie umgesetzt, eins (Verlasse mich nicht, auch wenn ich weine) schon etwas langer, ein anderes (Die Einsamkeit) ganz neu, es wurde eigens fur die Eurythmiestudenten des Abschlussjahres geschrieben und von ihnen aufgefuhrt.

Geplant war auch eine Urauffuhrung seines Trios fur Flote, Cello und Klavier. Die musste aber wegen Krankheit eines Musikers ausfallen. Ich schaue mit Dankbarkeit auf diese Zeit zuruck und freue mich auf weitere Zusammenarbeit mit ihm.

Beim Komponistenabend Evgeny Shcherbakov begann sein Referat uber zeitgenossische Musik in Russland in deutscher Sprache:

Guten Abend meine lieben Damen und Herren!

Gestatten Sie mir vor allem, das Kollegium des Eurythmeums Zuccoli und Stefan Abels, für die Einladung mich in die Schweiz zu danken. Es ist das sechste Mal, dass ich dieses wunderschönste Land besuche und ich bin glücklich, hier wieder zu sein. Ein Kollege von mir in Russland fragte mich einmal: "Was gefällt dir in der Schweiz am besten? Warum bist du so glücklich immer wieder dorthin zu gehen?" Ich antwortete: "Die schweizerischen Kirchenglocken liebe ich am meisten und ich bin glücklich, sie noch einmal zu hören."

Interview mit Evgeny Shcherbakov

Das Gesprach fand in deutscher Sprache statt, die der Komponist erstaunlich gut spricht, zum ersten mal ubrigens, bei fruheren Besuchen wurde Englisch gesprochen.
Stefan Abels

St.A. Sie kommen aus Nischnij-Nowgorod und wohnen und arbeiten auch dort. Wo liegt Nischnij-Nowgorod und was gibt es in dieser Stadt?

Evgeny Shcherbakov: Nischnij-Nowgorod ist eine typische Stadt in Russland, die drittgrosste Stadt im Land mit uber zwei Millionen Einwohnern. Sie liegt in der Nahe von Moskau, in der Nahe, das heisst 450 km entfernt... Es gibt 8 Hochschulen, die klassische Universitat, die technische Hochschule usw. und eben auch das Staatliche Glinka-Konservatorium. Es gibt ein grosses Orchester (Philharmonie), ein Kammerorchester (Die Solisten von Nischnij-Nowgorod), ein professionelles Volksmusikorchester,
den Akademischen Chor, ein Blasorchester, das Opernhaus, das dramatische Theater, ein Puppentheater. Und naturlich viele Kirchenchore.
Diese singen aber nur liturgische Musik, wie ublich in den orthodoxen Kirchen singt links der Laienchor und auf der rechten Seite der professionelle Chor. Fruher "vor der Revolution" waren alle Kirchenchore professionell, da war viel Geld vorhanden.

Evgeny Shcherbakov und Stefan AbelsSeit wann singen Frauen mit?

Fruher sangen nur Manner und fur die hoheren Partien nahm man Knabenstimmen. Seit dem Ende des 19. Jh. wurden auch Frauen zugelassen. Viele Priesterseminare und auch musikalische Ausbildungsstatten fur liturgische Musik wurden nach der Revolution aufgelost. Aber jetzt gibt es in Nischnij-Nowgorod eine Knaben- und eine Madchenkantorei. Mein Sohn zum Beispiel wurde dort ausgebildet.

Gibt es Kontakte zwischen orthodoxer Kirchenmusik und zeitgenossischen Komponisten?

Jetzt? Nein, zumindest nicht in Nischnij-Nowgorod. In St. Petersburg schon, aber die Kontakte sind sehr konservativ. Wenn ein Komponist Musik fur die Kirche schreibt, muss das eine sehr konservative sein. So sind Kontakte eher schwierig.

Ihre Musik ist dann eine absolute Ausnahme, sie verwendet ja Elemente aus der liturgischen Musik, ist aber ganz heutig?

Ich muss nicht in die Kirche gehen und sie nach der Meinung zu meiner Musik fragen. Ich weiss genau, dass sie sie anlehnen wurden. Und meine Chormusik ist wahrscheinlich zu schwer fur diese Chore. Generell gibt es in Nischnij-Nowgorod viele Probleme mit moderner Chormusik, auch im Akademischen Chor. Auch die sind sehr konservativ. Obwohl die Sanger alle professionell ausgebildet sind. Aber traditionell singen Chore meist alte Musik. In St. Petersburg sieht es besser aus, vielleicht weil die Ausbildung dort mehr Wert auf gutes Horen legt, sie haben ein besseres Solfege-System. Die Situation hier ist fur mich eher traurig, ich habe funf Kantaten fur Chor geschrieben, manches ist schon aufgefuhrt, aber auch nicht gut. Hier im Westen konnte man die Sachen singen, aber leider sind die alle in russischer Sprache. Wenn das aber kein Problem ist: dann sende ich alle meine Partituren!

Sie waren zum 6. mal in der Schweiz. Mogen Sie etwas uber Ihre Eindrucke hier erzahlen?

Zuerst noch einmal vielen Dank fur die Einladung! Meine Eindrucke sind wie immer sehr gross. Meine Eindrucke von Dornach: es ist ein Ort, wo viele spirituelle Momente sind, in der Kunst, in der Wissenschaft, und ich fuhle immer den Geist Rudolf Steiners. Ich bin besonders von den Leuten begeistert, uberhaupt in der Schweiz, aber speziell in Dornach. Schon, dass man sich begrusst, aber auch gute Wunsche ausspricht. Die Moglichkeit, gut Musik zu horen und zu verstehen hat mich auch beeindruckt. Es ist naturlich wichtig fur mich, dass viele Leute meine Musik gehort haben und diese Musik von Herzen fuhlen. Ich fuhle die Leute vom Herzen zum Herzen, und ich furchte, dass diese Moglichkeit in Russland nicht mehr bestehen wird.

Bei einer Probe im GoetheanumsaalUnter Lenin und Stalin wurde eine ganze intelligente und schopferische Klasse eliminiert.
Das merkt man bis heute?

Ja, naturlich. Es ist zwar schon wieder lange her, aber noch nicht lang genug. Ich bin nicht sicher, ob genugend neue schopferische intelligente Leute geboren werden, um diese Kulturvernichtung wieder aufzuheben. Es gibt schon grosse Leute, auch in Nischnij-Nowgorod, aber zu wenige. Viele fragen sich: warum soll ich an anderes als die alltaglichen Sachen denken, warum soll ich schopferisch sein? Wenn ich doch keine Chance habe, davon zu leben, nicht einmal gute Luft zu atmen, gutes Wasser zu trinken, gut zu schlafen. Ich muss gestehen, auch ich frage mich manchmal: warum soll ich noch Musik schreiben? Aber eine innere Stimme sagt mir: du musst. Dann mache ich es, oder ich versuche es...

Sie haben zum ersten mal Eurythmie gesehen und das sehr viel und intensiv.

Von der Eurythmie bin ich besonders beeindruckt. Sie scheint mir eine neue plastische Kunst, nicht Ballett, nicht Tanz, obwohl es Elemente davon gibt. Ich gestehe: meine Musik in Bewegung ist besser als ohne! Ich habe viele Details in meiner Musik gefunden, von denen ich nicht glaubte, dass es sie gibt. Das hat mich sehr beeindruckt und inspiriert mich fur meine kunftige Musik. So bin ich glucklich, dass ich hier war. Auch das Gesprach mit Leuten beim Konzert (gemeint ist der Workshop am 3. Marz in der Scala Basel) hat mich beeindruckt. Leute, die sich fur Musik, fur Kunst interessieren, Leute mit einem wachen Geist, einem lebendigen Intellekt und einer lebendigen Moglichkeit, Musik zu erleben. Es war auch ein interessanter Moment mit der Analyse meiner Musik (Komponistenabend Freie Musikschule und Workshop Scala). Ich wurde auch gerne in Nischnij-Nowgorod so eine Veranstaltung machen, aber vielleicht ist es jetzt nicht die Zeit dafur. Die Veranstaltungen sind entweder ganz akademisch oder nur kommerziell-unterhaltend.

Jedenfalls schreibe ich gerne etwas fur die Eurythmie, ich habe schon Ideen fur ein "Miniballettï", vielleicht fur Klavier alleine, vielleicht auch mit zusammen mit Geige. Auch an eine Art Dreieinigkeit von Musik, Bewegung und Literatur denke ich.

Was fur musikalische Plane haben Sie?

Jetzt denke ich jeden Moment an das Miniballett. Und wenn nichts anderes dazwischenkommt, mochte ich das als nachstes machen. Auch ein Stuck fur Orgel soll entstehen.
Jedes mal, wenn ich von hier fortgehe, habe ich neuen Schwung und neue Inspiration fur mein Schaffen.

Vielen Dank fur das Gesprach!